
Work Life Balance – Wenn Arbeit und Leben im Einklang stehen
Eine gute Work Life Balance ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem glücklichen Leben. Was hinter dem Begriff steht und was du dafür tun kannst.
1. Was ist Work Life Balance: Definition
Der Begriff Work Life Balance bedeutet im Kern, dass du zufrieden damit bist, wie viel Zeit du jeweils in Beruf und Privatleben verbringst. Bei einer idealen Work Life Balance, bleibt dir genug Raum für beide Lebensbereiche: Im Job mit vollem Einsatz und Fokus bei der Sache zu sein (work) und dein restliches Leben (life) so zu gestalten, wie du es dir wünscht. Work Life Balance gilt als Voraussetzung für ein glückliches Leben.
Warum ist Work Life Balance wichtig?
Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben ist wichtig für die geistige Gesundheit. Dauerhaft zu hohe Belastungen im Job können die Entstehung psychischer Krankheiten und Schlafprobleme begünstigen.
Um 20:00 Uhr aus dem Office, noch schnell einen Drink mit den Kollegen, dann nach Hause und morgen um 09:30 Uhr steht das erste Meeting auf dem Plan – vorher musst du noch schnell die Zahlen vorbereiten. Eigentlich wolltest du zum Workout und mal wieder deine Mutter anrufen. Aber das muss dann halt warten.
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2. Work is Life – Wenn die Grenzen verschwimmen
Das Verständnis von Arbeit unterliegt ständigem Wandel. Wie du Arbeit erlebst und ob sie Fluch oder Segen ist, hängt stark von der Sozialisierung, deinem individuellen Wertesystem und Glaubenssätzen zum Thema Arbeit ab. Auch die Generationen bewerten den Begriff “Arbeit” oft unterschiedlich. Während in den 80er und 90er Jahren Arbeit vor allem als notwendiger Weg zu finanziellen Absicherung begriffen wurde, gibt es heute viele Jobs, die der Selbstverwirklichung dienen und persönlichen Werten Gehör verschaffen. Dann können die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen. Arbeitest du zum Beispiel aus Überzeugung in einem Projekt, dass sich für Umweltschutz, Menschen- oder Tierrechte einsetzt? Auch dann ist Arbeit “Work”, aber mit Inhalten, die dir auch im “Life” wichtig sind. So erlebst du die Arbeit als Teil deiner Identität und deines Privatlebens und verbringst gerne mehr Stunden auf der Arbeit, ohne ausgelaugt zu sein. Gerade Jobs, die mit einem hohen emotionalen Engagement einhergehen, können dir aber auch ganz schön viel abverlangen. Sich den ganzen Tag das Leid anderer anzuschauen oder sich für verpflichtet zu fühlen A, B, C, D und E noch unbedingt bis zum Ende der Woche fertig zu stellen, weil sonst das Herzensprojekt gefährdet ist, erfordert einiges an Abgrenzungsfähigkeit und Frustrationstoleranz. Auch dann ist es im Sinne der Work Life Balance wichtig, dir regelmäßig Raum für dein Privatleben zu nehmen und mal von der Arbeit abzuschalten.
3. Life ist, was du daraus machst
Und zwar nicht im Sinne von Performance. Die Gestaltung deines Life-Bereiches und wie viel Raum der im Vergleich zum Job einnehmen soll, liegt bei dir. Was brauchst du, um ein erfülltes Privatleben zu führen? Und wie viel Zeit brauchst du dafür? Was eine gute Work Life Balance bedeutet, ist individuell und eng an dein Wertesystem, dein Verständnis von Glück und einem erfüllten Leben gekoppelt. Frag dich ehrlich, was du im Leben erreichen möchtest und welche Werte dir wichtig sind. Lass dich nicht davon beeindrucken, dass euer CMO 60 Stunden die Woche vorm Rechner sitzt oder der Hippie von nebenan scheinbar nie arbeiten muss und trotzdem super über die Runden kommt. Was ist es, das du willst? Du kannst einen 40-Stunden-Office-Job haben und trotzdem ein erfülltes Privatleben mit genug Stunden für alles, was dir wichtig ist. Oder du arbeitest eben nur 10 oder 20 Stunden, weil die Dinge, die dir neben dem Job wichtig sind, einfach mehr Platz brauchen. Abwägung, Priorisierung und sinnvolle Umsetzung liegen bei dir.Wie steht es um deine Work Life Balance?
Nutze die Gelegenheit, um zu prüfen, wie es um deine Work Life Balance steht. Manchmal wird die Belastung immer mehr, ohne, dass du es merkst. Vielleicht ist bei dir aber auch alles in bester Balance. Stelle dir die folgenden Fragen und beantworte sie ehrlich.- Wie gestresst fühlst du dich im Job?
- Fühlst du dich den fachlichen Anforderungen deines Jobs gewachsen oder bist du unter- oder überfordert?
- Hast du genug Zeit für dein Sozialleben?
- Wie steht es um Quality Time nur für dich selbst?
- Wobei schaltest du am besten ab? Machst du das regelmäßig?
- Welche Gedanken hast du morgens beim Aufstehen? Freust du dich auf den Tag oder fragst du dich schon jetzt, wie du das alles schaffen sollst?
- Wie gut kannst du nach Feierabend und an deinen freien Tagen abschalten?
- Glaubst du, dass alles liegen bleibt, wenn du nicht arbeitest oder erledigt dein Team diese Sachen?
- Bist du zufrieden mit der Arbeit, die du machst?
- Kannst du dein Handy mal einen Tag beiseitelegen, ohne Angst zu haben, etwas zu verpassen?
4. 11 Work Life Balance-Maßnahmen für ein besseres Gleichgewicht
Work Life Balance klingt super. Nach einem ausgewogenen und zufriedenen Leben. Wie du das erreichst, liegt bei dir. Mit meinen 11 Work Life Balance Tipps hältst du die Waage zwischen Beruf und Privatleben.#1 Frag dich, warum du arbeitest
Freiberuflich, selbstständig oder angestellt in einem Unternehmen: Frag dich, warum du genau das machst, was du machst. Arbeitest du für die Sache, für deine Selbstverwirklichung oder einfach um Geld zu verdienen und dir einen schönen Urlaub leisten zu können? Alles ist legitim. Wer Sinn und Entwicklungspotenzial in seinem Job sieht, arbeitet lieber. Wie dieser Sinn aussieht, bleibt dir überlassen.#2 Setze Prioritäten
Was ist dir wirklich wichtig im Leben? Was macht dich glücklich und wo fühlst du dich ganz du selbst? Mit welchem Menschen umgibst du dich am liebsten und warum? Hast du Zeit für diese Sachen? Oder bringt dein Job dich dahin, dass du in (naher) Zukunft mehr Zeit dafür haben wirst? Setze deine Prioritäten entsprechend. Wenn Karriere auf deiner Prioritätenliste weit oben steht, ist das super. Trotzdem solltest du Raum für deine wichtigsten Menschen und Aktivitäten im Privatleben haben. Plane deine (Arbeits-) Woche so, dass du Zeit hast, zum Sport zu gehen, deine Mutter zu treffen oder einfach mal nichts zu machen. Oder sind die Feierabendbierchen mit den Kollegen oder das Meeting um 19 Uhr wirklich wichtiger?#3 Stell dir vor, wie schön es sein könnte und mach was dafür
Wie stellst du dir für dich die ideale Balance zwischen Beruf und Privatleben vor? Lebst du sie vielleicht schon? Oder bist du an einem Punkt, der zwar nicht perfekt aber schon ziemlich gut ist? Glückwunsch! Wenn nicht: Welche Veränderung kannst du vornehmen, um dahin zu kommen? Schau dir deinen Job und deine Freizeit an: Vielleicht kannst du deine wöchentliche Arbeitszeit reduzieren, effizienter gestalten oder deine berufliche Ausrichtung verändern? Was kannst du im privaten Bereich anpassen? Möchtest du im Außen etwas verändern, endlich mehr Workouts machen, dich gesünder ernähren oder lohnt es vielleicht an deinen Perspektiven, Glaubenssätzen und dem Umgang mit Stresssituationen zu arbeiten?#4 Optimiere dein Zeit-Management
Verbringe die Zeit, die du arbeitest so effizient, wie es geht. Plan schon am Vorabend, wie dein nächster Arbeitstag aussehen soll und priorisiere das, was du wirklich schaffen willst. Ein Tagesziel zu erreichen, vermeidet Frustration und Stress. Plane realistisch und integriere Puffer, falls mal etwas nicht klappt. So siehst du von vorneherein, wenn etwas zu viel wird und kannst dir Unterstützung holen, bevor alles aus der Balance gerät. Coach Zimos Tipp: Lerne, dich richtig zu konzentrieren. Meine 22 Tipps für mehr Konzentration am Arbeitsplatz helfen dir dabei.#5 Identifiziere Zeit-Räuber
Einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zu einer besseren Work Life Balance. Auch hier darfst du Job und Privatleben unter die Lupe nehmen: Welche Meetings im Unternehmen kannst du dir schenken? Musst du wirklich alle Mails lesen, in denen du Cc bist? Wie viel Freizeit verbringst du zusammengenommen mit semi-sinnvollem Social Media Konsum? Welche Verabredungen nimmst du wahr, nur um anderen einen Gefallen zu tun? Wann lenkst du dich mit Messages & Co von dem ab, was du eigentlich machen möchtest?#6 Finde heraus, was dir Energie gibt
Was kannst du wirklich gut? Welche beruflichen Aufgaben machen am meisten Spaß und liegen dir am besten? Wann kommst du so richtig in den Flow? Versuche, den Fokus auf diese Dinge zu legen und dich in diesen Bereichen zum Experten zu entwickeln. Das Gleiche gilt für die Freizeit: Wonach fühlst du dich richtig gut und erholt? Was gibt dir einen Endorphin-Kick? Gönne dir regelmäßig Zeit dafür.#7 Bleib flexibel
So gut es ist, eine klare Linie zwischen Job und Privatleben zu ziehen, so wichtig ist es auch, flexibel zu bleiben. Du hast um 12 nichts mehr zu tun, weist aber, dass du ab 17 Uhr die Rückmeldung erhältst, mit der du weiterarbeiten kannst? Dann nimm dir den Tag frei, statt im Office Däumchen zu drehen und arbeite Abends. Du hast den Kopf freier, wenn du weißt, dass du noch kurz eine E-Mail nach Feierabend beantwortest? Dann mach das. Dank Homeoffice, Smartphone & Co. ist Arbeit flexibler geworden. Das zu verleugnen und zu verteufeln macht keinen Sinn. Es ist okay, die Vorteile der räumlichen und zeitlichen Flexibilität zu nutzen und auch nach Feierabend mal Mails zu beantworten. Vermutlich hast du auch im Office schonmal Instagram gescrollt (Respekt, falls nicht.). Es ist nur wichtig, dass du deine Notifications auch guten Gewissens ausschalten und die Off-Time genießen kannst.#8 Häng nicht nur mit Kollegen ab
Teambuilding ist super wichtig. Mit einem guten Verhältnis zu den Kollegen macht die Arbeit gleich doppelt so viel Spaß. Aber im Standard 9 to 5-Job seht ihr euch 40 Stunden die Woche. Nutze den Feierabend auch, um mal Abstand zu gewinnen und Leute zu treffen, die nichts mit deinem Job zu tun haben.#9 Achte auf deine Work Life Sleep Balance
Bislang war nur von machen, machen, machen die Rede. Aber nichts machen und schlafen ist auch gut. Erholsamer Schlaf ist die Basis für Produktivität im Job und Entspannung in der Freizeit. Finde heraus, wie viel Schlaf du wirklich brauchst, um erholt zu sein und versuche, den auch zu bekommen.#10 Plan Auszeiten fest ein
Du tendierst immer wieder zu Überstunden oder zu Freizeit-Stress? Dann plan Auszeiten gezielt ein: Setz dir einen Termin, wann Feierabend ist und halte dich daran. Trage deine Workouts als feste Slots in deinen Kalender ein. Und halte dir Zeitspannen oder Tage in der Woche frei, in denen du keine Termine hast – weder privat, noch beruflich.#11 Ernähre dich gesund
Gesunde und ausgewogene Ernährung fühlt sich gut an, macht fit und kann super lecker sein. Ein gesunder Körper und ein gesunder Geist gehen Hand in Hand. In meiner Rezeptdatenbank findest du viele leckere Rezepte, die nicht nur gesund und schnell zubereitet sind, sondern auch zu deinen Zielen passen.5. Fazit
Work Life Balance steht für ein gesundes Verhältnis von Job und Freizeit. Was eine gute Work Life Balance ist, ist individuell. Es muss keine 50/50-Verteilung bedeuten. Selbst in von einem Job, der dich erfüllt, brauchst du Auszeiten. Herauszufinden, was dir wirklich Energie gibt und dich mit Freude erfüllt, ist die beste Voraussetzung um eine gute Work-Life-Balance für dich zu kreieren. Unternehmen können Rahmenbedingungen für eine gute oder schlechte Work-Life-Balance bieten. Aber du hast immer Spielraum.Über den Autor
Diesen Beitrag hat Allround Athletics Gründer und Trainingsexperte Dominic Zimmermann (Coach Zimo) für dich verfasst. Erfahre jetzt mehr über Coach Zimo, oder stöbere durch seine persönliche Webseite.

Dominic Zimmermann (Coach Zimo)
Sportwissenschaftler, Trainer, Autor, Gründer - Allround Athletics
Nach seinem Sportstudium an der Deutschen Sporthochschule Köln arbeitete Zimo als Personal Trainer und in verschiedenen Online Redaktionen bekannter food und fitness Startups, so wie als Dozent für die Deutsche Sportakademie.
Mit der Gründung von [Allround Athletics] will er nun noch mehr Menschen dazu inspirieren einen sportlichen Lifestyle zu führen der nicht nur zu sichtbaren Erfolgen führt, sondern vor allem Spaß macht. Mit den Free Community Trainings will er Menschen miteinander verbinden, die ähnliche Interessen und Ziele haben.
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